Wintertagung 2021 des immpresseclub e.V. in Berlin

Am 2. Dezember 2021 trafen sich nach eineinhalbjähriger, pandemiebedingter Pause 25 geimpfte und freiwillig negativ getestete Journalisten der Immobilienszene und die Immobilien-Ressortleiter einiger Publikumsmedien zur Tagung des immpresseclub e.V., der Arbeitsgemeinschaft deutschsprachiger Immobilienjournalisten in Berlin.

Wir begrüßten 40 geladene Gäste aus dem Kreis der Fördermitglieder, dazu die Referenten und vier hoffnungsvolle Start-up Unternehmen, die ihre Ideen präsentieren konnten. Gründer und Herausgeber des „Der Immobilienbrief“, Werner Rohmert, der seit 2004 Vorsitzender des immpresseclub e.V. ist, führte durch das Programm.

Zwei Referenten mussten leider absagen, sie werden zur Sommerveranstaltung im Juni kommen. Die so gewonnene Zeit konnten Susanne Eickermann-Riepe, FRICS, Vorstandsvorsitzende des Instituts für Corporate Governance (ICG) und Vorsitzende beim Europäischen und Deutschen Board der RICS und Guido Müller, Leiter Bereich Bau bei der Deutschen Bundesbank für eine Verlängerung ihrer Vorträge und eine anregende Diskussion nutzen.

Auch den start-uppers Franziska Engels und Katharina Schex von der LIZ Smart Office GmbH, David Austing von der HEAVN GmbH, Christopher von Gumppenberg, Geschäftsführer Kugu Home GmbH und Jörg Lorenz von Green with IT konnte etwas mehr Zeit eingeräumt werden.

Mit dem Vortrag „Die Vermessung des Social Impact“ eröffnete Susanne Eickermann-Riepe vom Institut für Corporate Governance (ICG) den Vortragsteil. Klar und eindrucksvoll erläuterte sie, dass die nachhaltige und resiliente Immobilienwelt nahezu auf allen Ebenen neue Antworten finden muss.Im Kontext von „E“ wird insbesondere die Decarbonisierung das Handeln bestimmen. Irgendwann werde der Zeitpunkt kommen, an dem Akteure sich nicht mehr mit Hilfe günstiger Dritte-Welt-Länder-CO2-Zertifikate „freikaufen“ werden können, sondern ihren Ablasshandel auf dem europäischen Markt zu deutlich höheren Preisen tätigen werden müssen. Spätestens dann müssten die Antworten gefunden worden sein. Doch auch schon jetzt steuerten und lenkten ESG-konforme Überlegungen den Markt.

Die Notwendigkeit neuer Gebäude werde schon jetzt hinterfragt, wie das Beispiel „Tulip Tower“ zeige. Anfang November lehnte die britische Regierung den Bau der von Architekten Sir Norman Foster geplanten 305 Meter hohen „Tulpe“ mit gläsernen Aussichtsplattform als Knospe, final ab. Es handele sich um ein „(..) höchst unhaltbares Konzept, riesige Mengen an Stahlbeton für die Fundamente und den Aufzugsschacht zu verwenden“. Das konnte man dem 210 Seiten langen Ablehnungsbericht. entnehmen.

Und wie steht es um das Thema Nachhaltigkeit in Deutschland? Eickermann-Riepe resümierte, dass sich hier wirkungsorientierte Investitionen in einem eher frühen Entwicklungsstadium befänden. Das läge vor allem an der bislang unbesetzten Rolle von Finanzintermediären und Kapitalmärkten, die Angebote und Nachfragen effizient miteinander zu verknüpfen, um vorhandene Chancen zu nutzen. Und hier setzt das ICG an, dass sich seit 2002 für „Good Governance“ einsetzt und die Transparenz und Professionalität durch Auditierungen und Zertifizierungen unterstützt. Die Mitglieder des ICG teilen die Überzeugung, dass wirtschaftlicher Wert und Werte, Gesetzestreue und persönliche Integrität sowie wirtschaftliche, rechtliche und gesellschaftliche Verantwortung gemeinsam die Grundlage unternehmerischen Erfolges und einer guten Reputation der Branche bilden. Am Ende des Vortrages waren sich alle Teilnehmer einig, dass es nicht beim „warm glow“, dem reinen Gefühl, das Richtige zu tun, bleiben darf, sondern der glow zu einem Impact, einer konkreten Folge führen muss.

Guido Müller, Leiter Bereich Bau bei der Deutschen Bundesbank stellte dem Auditorium das Bauprojekt „Bundesbank Campus“ vor.

In der anschließenden Mitgliederversammlung wurde Werner Rohmert als Verbandsvorsitzender wiedergewählt, Frank-Peter Unterreiner als 1. Stellvertreter, zweite Stellvertreterin wird Brigitte Mallmann-Bansa. Der immpresseclub.e.V. dankt Michael Psotta von der FAZ ganz herzlich für seine langjährige Vorstandstätigkeit.

Constanze Wrede 

Foto: Re de Belleroche

Alle Jahre wieder … treffen sich die Immobilienjournalisten in Berlin

Die Winter-Tagung des immpresseclub e. V. am 26. November 2019 im Berliner Hilton Hotel wurde von 35 Journalisten besucht und kam mit den Referenten, Fördermitgliedern und Gästen auf 60 Teilnehmer.

Diese Tagungen werden seit 15 Jahren vom Immobilienbrief-Team organisiert. Gründer und Herausgeber des „Der Immobilienbrief“, Werner Rohmert, ist seit 2004 Vorsitzender des immpresseclub.

Das politische Gesicht des Tages, Daniel Föst, von der FDP, plädierte für mehr Freiheiten beim Bauen, für Entlastungen durch Senkung der Kaufnebenkosten, auch durch einen Freibetrag bei der Grunderwerbsteuer, schnellere Baugenehmigungsverfahren und die Einrichtung von „Baufreiheitszonen“, auf denen sich auf Teilflächen von neuen Baugebieten Developer, Architekten und Nutzer kreativ „austoben“ könnten.

Marcel Abel, Geschäftsführender Direktor bei Jones Lang LaSalle hatte das Thema „Marktskizze unter besonderer Berücksichtigung von flexiblen Office- und Infrastrukturaspekten aufbereitet“. Flexible Office Space ist mehr als ein Trend. Betreiber-Konzentration und die dreifach höhere Flächen-Effizienz beinhalten aber erhebliche Risiken für Vermieter und Städte, analysierte Marcel Abel aus dem neuen Strategy Board von JLL.

Christoph Thelen, der Geschäftsführende Gesellschafter der Thelen Holding GmbH, Essen, präsentierte den Beitrag: „Quartierentwicklungsprojekte und die damit verbundene strategische Neu-Ausrichtung eines bestandshaltenden Immobilienunternehmens“. Er machte deutlich, dass auch das Ruhrgebiet für Milliarden-Investments gut sei. Mit Essen51. und Krupp-Park in Essen und Smart Rhino in Dortmund würde allein die Thelen Gruppe in den kommenden 10-15 Jahren weit über eine Milliarde Euro überwiegend für den eigenen Bestand in drei neue große Stadtteile investieren.

Dr. Peter H. Eggers, von der Baker Tilly GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft,sprach über die „Grunderwerbsteuerreform beim share deal – Stand und Alternativen.“ Er stellte mit Blick auf die Grunderwerbsteuerreform und Einschränkungen bei Share Deals fest, dass sich bei hoher Grunderwerbsteuer auch ein hoher Gestaltungsaufwand lohne. Die angedachten Veränderungen seien für internationale Großinvestoren mit wenigen Minuten Nachdenken auch weiterhin grunderwerbsteuerfrei zu gestalten.

Mit viel Neugier wurde das Potpurri an aktuellen Ideen der Start-up-Szene aufgenommen. Ihre interessanten Neuerungen stellten vor: Dr. Martin C. Wolff, Geschäftsführer der Digital Wolff, Plötz & Co. GmbH; Benjamin Günther, der Gründer von Alasco; Marko Broschinski, Direktor Sales von Easol und Dr. Ernesto Garnier, von der Einhundert Energie GmbH.

Anders als in der Politik brachten die anschließenden Wahlen der immpresseclub-Jahresabschlusstagung keine Überraschungen, keine Veränderungen.

Werner Rohmert bleibt für ein weiteres Jahr der Vorsitzende des immpresseclub e. V.
Stellvertreter: Michael Psotta, Frankfurter Allgemeine Zeitung
2. Stellvertreter: Frank Peter Unterreiner, Immobilienbrief Stuttgart
Schatzmeister: Robert Scholl

Kassenprüfer: Nikolaus von Raggamby
Clubjustiziar: RA Jürgen Leske

Das Sommertreffen wird im Jahr 2020 in Frankfurt stattfinden.

Lesen Sie den ausführlichen Beitrag im immobilienbrief Nr. 463:
www.rohmert-medien.de/wp-content/uploads/2019/12/Der-Immobilienbrief-Nr-463.pdf

Fotos : Re de Belleroche

Sommertreffen im Adina Apartment Hotel Speicherstadt

Tenor der Tagung des immpresseclub in Hamburg: Vermietung top, Investment top, Nachfrage top, Angebot flop, Investments alternativlos! Wir müssen bauen!

Zweimal im Jahr trifft sich die Arbeitsgemeinschaft der Immobilienjournalisten mit Referenten und Gästen zu anregenden Vorträgen und zu Diskussionen. Organisiert werden diese Treffen für circa 60 Teilnehmer vom Team „Der Immobilienbrief“, dessen Herausgeber Werner Rohmert auch Vorsitzender des immpresseclub ist.

Auf der Referentenliste standen die großen Immobilien Aktiengesellschaften, Immobiliendienstleister, mittelständische Unternehmer der Immobilienwirtschaft und Bankvorstände der Deutschen Bundesbank.

Josef Vogel, geschäftsführender Vorstand der Landes-Bau-Genossenschaft Württemberg e.G.referierte über die wieder wichtiger werdenden Genossenschaftsmodelle bei der heutigen Wohnungsknappheit. Thomas Olek, Vorstandsvorsitzender der publity AG, berichtete über Research und Strategien des Immobilieneinkaufs in wettbewerbsintensivem Umfeld. Publity ist auf Büro-Immobilien in westdeutschen Metropolregionen fokussiert. Dr. Gerhard Cromme, Aufsichtsratsvorsitzender von Aroundtown SA , Deputy CEO Andrew Wallis von Aroundtown und Christian Windfuhr, CEO Grand City Properties SA stellten die in der breiten Öffentlichkeit eher unbekannten Immobilien Aktiengesellschaften mit einer Marktkapitalisierung von über 12 Milliarden Euro vor. Philip von Mettenheim, CBH Rechtsanwälte, stellte für die Journalisten die Änderungen im neuen Datenschutzgesetz „DSGVO“ vor, wobei die Medien über die Pressefreiheit deutlich besser geschützt sind als Unternehmen.

Start-ups bekommen bei der immpresseclub-Tagung die Chance, ihre Ideen vorzustellen. Julia Gebert, Geschäftsführerin der Rysta GmbH mit der Präsentation: Smarte Daten zum Schutz von Assets. Lars Schüller, Gründer und CEO der PlakatQuadrat GmbH: Das Baugewerbe soll mit der Marketingwelt vernetzt werden. Marina Holthaus von Thermondo mit dem Vortrag: Pionier in der Digitalisierung des Handwerks.

Ergänzend zu den eigentlichen Themen der Vorträge entwickelte sich naturgemäß eine Diskussion über die aktuellen Mietdeckel-Entwürfe und Enteignungsdiskussionen. Grand City gehört mit fast 84.000 Wohnungen und einer Marktkapitalisierung von 3,8 Mrd. Euro zu den Top 5 Wohnungsgesellschaften in Deutschland. Grand City ist dabei spezialisiert auf Value-Add-Opportunities in den dicht besiedelten Regionen Deutschlands. Hieraus wird Wertschöpfung erzielt. CEO Christian Windfuhr vertrat dabei durchaus die Überzeugung, dass eine Bestandshaltung, die langjährige Mieter durch Sanierungen aus den Wohnungen heraushebelt, nicht seiner Überzeugung entspricht. Die Diskussion ergänzte dann auch die bekannten Thesen des Autors, dass der Wohnungsmarkt zyklisch ist, Berlin nach wie vor zu einer der preiswertesten Metropolen der Welt gehört und dass die Marktwirtschaft regelnd eingreifen wird. Andrew Wallis, CEO Aroundtown, ergänzte, dass er, als er vor 12 Jahren nach Berlin gezogen sei, bei großer Auswahl von den Vermietern nahezu jeden Wunsch für kleine Mieten erfüllt bekommen habe. Heute habe sich der Markt eben zyklisch geändert. Das relativiert sich dann naturgemäß mit noch weiterem Blick zurück noch mehr. Die frühen Neunzigerjahre sahen die Mieten durchaus auf heutigem Niveau. Hinzu kommt, dass die Entwicklung der Mieten in den Toplagen volkswirtschaftlich keine Rolle spielen, sondern lediglich die Verfügbarkeit von anständigem Wohnraum zu vernünftigen Preisen in gut erreichbaren Stadtlagen.

Text: immobilienbrief Nr. 453 Juli 2019 Fotos: Re de Belleroche
Mehr dazu: Der Immobilienbrief Nr 453

Berlin in der Zeit der Weihnachtsvorbereitung

immpresseclub-Zusammenkunft mit 45 Journalisten am 29. November 2018 im Hilton Hotel.

Kein vorweihnachtlicher Kessel Buntes, nein, tiefgehende Einblicke in den Immobilien-Background. Das animierte zu Interviewabsprachen und Spezialthemen. Eine geladene Bescherung, die dem einen oder anderen den gewünschten Rutsch zu Neujahr mit professionellem Sinn anschiebt.

Martin Eberhardt, Geschäftsführer von Corpus Sireo Real Estate und Vorstandsvorsitzender RICS in Deutschland, gab einen Einblick in das Comeback des CREM – CORPORATE REAL ESTATE MANAGEMENTS – einem Schwerpunkt der Immobilienwirtschaft der 90er Jahre. Wesentliche Aufgabe des CREM ist es, das Kerngeschäft zu unterstützen. Als intermediär zwischen agilen Unternehmen und statischer Immobilie erlebt CREM im Zeitalter der Digitalisierung einen signifikanten Bedeutungszuwachs.

Der Vortrag, wie die Studenten heute in der Immobilien-Wirtschaft eine berufliche Chance haben, beantwortete Professorin Dr. Sigrid Schaefer. Sie ist Rektorin der EBZ Business School, der größten akademischen immobilienwirtschaftlichen Bildungseinrichtung in Europa. Um in Deutschland die ausscheidenden Akademiker zu ersetzen, werden je nach Bundesland zwischen 50 und 80 Prozent der in Ausbildung befindlichen benötigt.

Genoco Yigit von der Solidare Real Estate Holding GmbH gab einen Einblick in die Wohnform der Zukunft, das Mikro Living.

Folgende Start-ups stellten sich vor und fanden bei den Journalisten ein reges Interesse, denn auch in der Immobilienwirtschaft wird die Künstliche Intelligenz vieles massiv beschleunigen und große Veränderungen mitsichbringen:

  • actesy AG (Andreas Imthurn, Geschäftsführer), Bindeglied für Innovation und Digitalisierung.
  • EverReal GmbH (Nessim Djerboua, CEO), stellte die Plattform für zukunftsorientiertes Vermieten von Immobilien vor.
  • Wunderfiats GmbH (Jan Hase, CEO) zeigte was „Housing as a Service“ bedeutet, zum Beispiel die vollausgestattete Wohnung, fertig zum Einzug – mit allem was man zum Wohnen benötigt.
  • realbest Germany GmbH, Deutschlands erste digitale Verkaufsplattform für Wohnimmobilien. (Matthias Baumeister, Gründer und Geschäftsführer).

Zum Abschluss der Dezemberjahrestagung, mit fast allen Mitgliedern, wurden die Vorstände neu gewählt oder im Amt bestätigt. Werner Rohmert (Der Immobilienbrief/Der Platowbrief) bleibt Vorsitzender des immpresseclub. Michael Psotta (FAZ Frankfurter Allgemeine Zeitung) und Frank Peter Unterreiner (Immobilienbrief Stuttgart) sind weiterhin die Stellvertreter. Wiedergewählt als Kassenprüfer wurde Robert Scholl, und Nikolaus von Raggamby ist erneut der Kassenwart.

Ein Arbeitskreis wird im neuen Jahr interessante Vorschläge für die Zusammenkünfte entwickeln. Beatrix Boutonnet, Markus Gotzi, Alexander Heintze, Charles Kingston, Nikolaus von Raggamby, Frank Peter Unterreiner und Werner Rohmert werden diese Arbeit aufnehmen und die Mitglieder mit einem Rundbrief informieren.

Mehr dazu im immobilienbrief Nr. 438: 
https://www.rohmert-medien.de/immobilienbrief/der-immobilienbrief-nr-438,252945.html

Bilder: Re v. Schönfels

Hamburger Wetterkapriolen

Foto: Re de Belleroche

Mal Sonne, mal Regen, mal Sturm, diese Wettermischung erwischte die 50 Journalisten und Gäste, die am 21. Juni 2018 zur Sommerveranstaltung des immpresseclub nach Hamburg kamen.Tagungspunkte waren: Aktuelle Trends auf den Hotelmärkten; der Berliner Immobilienmarkt; die aktuellen Zahlen, Daten und Fakten zum Hamburger Immobilienmarkt; Auswirkungen des Online-Handels auf die Logistikimmobilie.

Der Gastgeber Matthias Niemeyer, Head of Development Europe Adina Apartment Hotels, in dem die Mitglieder und Gäste untergebracht waren, gab einen umfassenden Einblick in den Wandel des Hotelmarktes in Deutschland und sprach über neue Konzepte im Hotelsegment.

Dr. Jürgen Allerkamp, Vorsitzender des Vorstands der Investitionsbank Berlin, präsentierte den Berlin-Vortrag: „Die Party geht weiter: Bau , Boom, Blase?“

Andreas Völker, Geschäftsführer der BNP Paribas Real Estate Holding GmbH, mit dem umfangreichen Thema: „Hamburg – wachsende Stadt,“ ging detailliert auf den boomenden Immobilienmarkt ein, zeichnete auf, wohin die Reise bei Büro-, Einzelhandel-, und Wohnimmobilien geht und beschrieb Hamburg im Wettbewerb mit den Metropolen.

Christopher Garbe, Geschäftsführer der GARBE Industrial Real Estate GmbH, gab einen eindrucksvollen Einblick in die Logistikbranche, die schließlich größter Dienstleistungssektor in Deutschland nach dem Binnenhandel ist.

Trotz Regen und Sturm besichtigten die interessierten Journalisten und Gäste die HafenCity und überzeugten sich vom Fortschritt der baulichen Veränderungen, 2008 hatte der immpresseclub hier zur ersten Besichtigung eingeladen. Und die HafenCity schreibt die Erfolgsstory fort. Die Elbphilharmonie ist in kurzer Zeit zu einem Besuchermagnet geworden. Spricht noch jemand über die Mehrkosten? – Gleichzeitig schreitet auch der infrastrukturelle Ausbau durch Anbindungvon U- und S-Bahn weiter voran. Die HafenCity ist zu einem Vorzeigeprojekt innerstädtischer Stadtentwicklung geworden. Mit anregenden Gesprächen und einem Abendessen auf dem Feuerschiff endete die Tagung.

>> Mehr dazu im „Der Immobilienbrief“ Nr. 427 (PDF)

Fotos: Re de Belleroche

„Ende des Schwadronierens über smart cities“

Foto: Re de Belleroche

Die Wintertagung des immpresseclub stand ganz im Zeichen der Digitalisierung. Neben ista CEO Thomas Zinnöcker, Oliver Prinz, Project Director M+A, ECE Projektmanagement, stand vor allem der Vortrag von GdW Präsident Axel Gedaschko im Fokus, der über die aktuelle politische Situation und die Auswirkungen auf die Wohnimmobilienmärkte referierte. Dabei appellierte er vor allem an ein „Ende des Schwadronierens über smart cities.“

Während es sich auf früheren Veranstaltungen in der Immobilienbranche vor allem um das Thema „Nachhaltigkeit“ drehte, ging es diesmal um die „Digitalisierung“. Mit dem ersten Vortrag schuf Axel Gedaschko, Präsident des GdW, bereits den angemessenen Aufmerksamkeitseffekt, vor fast 45 Kollegen der mehr als nur repräsentativ vertretenen Immobilien- und AIF-JournalistenSzene. Gedaschko appellierte sowohl an die Politik als auch an die Wirtschaft, das Thema Digitalisierung größer zu denken als nur smart home oder smart cities. Smart country sollte stattdessen in den Fokus der Überlegungen treten, denn abseits der Großstädte bestehe vor allem in ländlichen Regionen erheblicher Bedarf an aktiver Stadtplanung und hier fehlt der flächendeckende Breitbandausbau. Beim Thema „Jamaika“ zeigte sich Gedaschko enttäuscht. – Er fordert ein eigenständiges Bauministerium. Aufgaben rund um das Bauen und Wohnen müssten zusammengedacht werden können.

Gedämpfte Euphorie für das Thema Digitalisierung verbreitete Ex-GSW Chef und heutiger CEO von ista, Thomas Zinnöcker. Digitalisierung bedeute vor allem, dass die Voraussetzungen dafür geschaffen werden müssten. Gemeint hat Zinnöcker damit, dass die Digitalisierung von Daten für deren Weiterverarbeitung überhaupt erstmal angegangen werden müssten. Zinnöcker mahnte an, dass die vielen unterschiedlichen Möglichkeiten der Digitalisierung heute viel besser verzahnt werden müssten. Der echte Nutzen der Digitalisierung müsse viel mehr hinterfragt werden. Schließlich sei Digitalisierung kein Selbstzweck. Es müsse immer hinterfragt werden, ob der Mieter das Digitalisierungsangebot brauche, es bezahlen könne und ob es für den Vermieter Sinn mache. Der Vorsitzende des immpresseclub, Werner Rohmert, merkte an, dass gerade die Klientel einfachen Wohnraums über sehr viel freie Zeit verfüge und monetär eher knapp sei. Axel Gedaschko sprach von einem durchschnittlichen Haushaltsnettoeinkommen von 1.000 Euro. Vor diesem Hintergrund warnte auch Rohmert davor, etwaigen Effizienzeffekten von Smart Home Lösungen im unterem und mittleren Bereich des Geschosswohnungsbaus zu viel Bedeutung zuzumessen.

Eine andere Sichtweise auf das Thema versuchte Oliver Prinz von der ECE darzulegen. Die ECE, die sich derzeit im Spannungsfeld von angespannten Einzelhandelsmärkten und wachsendem Onlinemarkt befindet, versucht mit einer Vielzahl von digitalen Lösungen, das stationäre Shopping Center zum einen attraktiver zu machen und zum anderen die Online mit der Offline Welt noch besser zu verzahnen. So arbeitet die ECE derzeit an Möglichkeiten, das Shoppen von zu Hause mit dem Einkauf vor Ort in der Weise zu verbinden, dass die Ware zu Hause ausgesucht wird und direkt im nächsten Shop, der die Waren zur Verfügung stellen kann, abgeholt wird. Nachteil dabei, der mittelständische Einzelhandel bleibt dabei völlig auf der Strecke. Klar ist, unsere Städte werden sich nachhaltig verändern. Das betrifft sicher nicht die Top-Einkaufsstraßen der Republik. Allerdings wird der Einzelhandel in den kleineren und mittleren Städten zunehmend zu kämpfen haben. Der Moderator wies darauf hin, dass der Einzelhandel zwar das Belieferungsmonopol verloren habe, aber über Erlebnis- und Service-Aspekte neue Attraktivität schaffe. Zwischen der Amazonisierung des Einzelhandels, die nicht aufzuhalten sei, und der betriebswirtschaftlichen Überlegenheit der großen Center-Betreiber in allen Erfolgsfaktoren werde der traditionelle, mittelständische Einzelhandel immer geringere Chancen haben.

Eine, im wahrsten Sinne des Wortes, andere Brille auf die digitale Welt setzte Dr. Thies Pfeiffer, Geschäftsführer Raumtänzer GmbH. Der Forscher von der Universität Bielefeld untersucht die Möglichkeiten der virtuellen Welt für unser zukünftiges Leben. Dabei ist die Bandbreite von nützlichen Szenarien wie der virtuellen Einrichtung der Wohnung à la „passt mein Sofa in die neue Wohnung“ bis hin zu, meiner Meinung nach etwas schaurigen Themen wie dem Treffen mit Freunden mittels Avatar nur noch in der virtuellen Welt.

Den Abschluss machte wie im letzten Jahr wieder ein Themenblock mit jungen Start ups. Vom digitalen Wohnungsschlüssel bis hin zu einer Immobilienvermarktungs-Plattform für chinesische Investoren war auch hier die Themenvielfalt groß.

Wie immer standen auf der Wintertagung auch die Neuwahlen zum Vorstand des Verbands an. So wurde als Vorsitzender Werner Rohmert („Der Immobilienbrief“, „Der Platow Brief“) bestätigt, und Michael Psotta (FAZ Frankfurter Allgemeine Zeitung) sowie Frank Peter Unterreiner (Immobilienbrief Stuttgart) als Stellvertreter wiedergewählt. Auch Kassenprüfer, Robert Scholl, und Kassenwart, Nikolaus von Raggamby, wurden im Amt bestätigt. Daneben war man sich einig, dass der Verband zukünftig seine gewichtige Stimme am Markt stärker zur Geltung bringen will. Dazu wurde beschlossen, einen Arbeitskreis einzurichten, der im nächsten Jahr seine Arbeit aufnehmen wird. [Text: André Eberhard, Fotos: Marion Götza]

Sommertagung des immpresseclub

Noch vor dem G 20 Gipfel und schon gut bewacht: Die Elbphilharmonie.
Sie ist Hamburgs neues Wahrzeichen. Nach fast zehn Jahren Bauzeit steht jetzt der gläserne Kasten dieses imposanten Gebäudes auf dem roten Backsteinsockel des alten Kaispeichers in der HafenCity im Sandtorhafen. Das Dach erinnert an die Wellen bei stürmischer See.

Wer die Rollstreppe nach oben nimmt, der erhält einen phantastischen Ausblick über die Stadt und die Elbe. Und wer das Glück hat, Tickets für den großen oder kleinen Konzertsaal zu erstehen, der kommt in den Genuss von Klangwelten.

Die immpresseclub-Mitglieder konnten dank der Vermittlung von Klaus-Peter Hesse, ZIA-Geschäftsführer, dieses neue architektonische Highlight besichtigen und bestaunen.

„Die Elbphilharmonie hat drei Vorbilder:
das antike Theater von Delphi,
die Sportstadien-Architektur und das Zelt.“
Das sagen die Architekten
Jacques Herzog & Pierre de Meuron

Im Arcotel Rubin nahmen 50 Immobilien-Journalisten an der anschließenden immpresseclub-Verantstaltung teil.

Mit IMMAC-Vorstand Thomas F. Roth gab den Journalisten ein Regulierungsspezialist Einblick ins BaFin-Geschehen. Pflegeheim-Spezialist IMMAC hatte übrigens nach Inkrafttreten des KAGB zur Überraschung der Szene die erste genehmigte Kapitalverwaltungsgesellschaft, lange vor den Bankentöchtern. Know how, enge BaFin-Zusammenarbeit, Unternehmensmodell, Anlegererfolge und transparentes Geschäftsmodell waren lt. Roth die Gründe. Zusätzlich hat sicherlich eine Rolle gespielt, dass IMMAC vielleicht als einziges uns bekanntes Immobilienunternehmen rund 120 Pflegeimmobilien ohne Verlust einer Monatsmiete für die Anleger managt und Research und Vertrags-Kompetenz als USP sich bewährt haben.

Bank-Risiko-Managerin Martina Zierke gab einen authentischen Einblick in das Regulierungs-, Risikomanagement- und Rating-Geschehen großer Banken. Journalisten-Resonanz und Diskussionsbedarf verliehen dem Vortrag und der Vortragenden die „Interessen-Bestnote“. Steffen Günther, Leiter Immobilienfinanzierung Internationale und Institutionelle Investoren/Konsortialgeschäft DGHyp, analysierte ergänzend Chancen und Risiken im immer komplizierteren Marktumfeld.

Es war interessant, dass sich gerade ein „Schlachtschiff“ der Branche, Union Investment Real Estate, mit Jörn Stobbe um „Chancen der Digitalisierung: Wo helfen PropTechs uns bei der Disruption?“ kümmerte. Es gehe darum, aus der Defensive herauszukommen und Disruption als Chance zu begreifen. Der Jäger werde heute zum Gejagten. Kleine, agile Strukturen greifen etablierte Branchenteilnehmer an. Im Schatten der Nichtbeachtung böten sie neue effiziente Produkte an oder kombinierten Inhalte mit Hilfe von intelligenten, digitalen Lösungen neu. Heute seien Unmengen an Daten aus unterschiedlichen Quellen verfügbar (Big Data). Die Herausforderung sei, Daten intelligent zu strukturieren und verfügbar zu machen. Umdenken müsse „von Oben“ vorgelebt werden. Prototyping solle als Methode Ideen schnell erlebbar zu machen, stärker zugelassen werden. Weitere Methoden wie fail fast, try and error, hands-on-Mentalität oder Handeln, statt philosophieren müssten zur Normalität werden, um mehr Kreativität zu fördern und Geschwindigkeit aufzunehmen.

ZIA-GF Klaus-Peter Hesse, der auch die Elphi-Besichtigung organisierte, hatte den ZIA Tag der Immobilienwirtschaft in Berlin gut überstanden und befasste sich mit der Umwelt-Zusammenarbeit der Verbände mit der Regierung und den Maßnahmen der Immobilienwirtschaft zur Verbesserung der Ökobilanz des Gebäudesektors.

Marc Vétillard, Sales Director for MIPIM and MAPIC der Reed Midem gab einen kurzen Einstieg in das kommende Mipim-Thema “Neue Urbanität – Herausforderungen für den Immobiliensektor“. Den Bogen schlossen tradionsgemäß die Gespräche beim Abendessen bis zur Sperrstunde in der „Kajüte“, deren Terrasse einen „hautnahen“ Kontakt zu den periodisch noch mehrfach am Abend auftretenden „Starkregenereignissen“ – so nennt man ein Schäuerchen wohl heute, ermöglichte.

Text: André Eberhard / Photos: Re v. Schönfels und Hans-Kaspar v. Schönfels