Sommertagung des immpresseclub e.V.

20150707134607i
Frankfurt … und in der Mittagspause Grüße an die vorbeifahrende Queen

30 Immobiiien-Journalisten trafen sich in Frankfurt im Hotel Maritim mit Referenten, Sponsoren und Gästen.

Hartmut Bulwien von Bulwiengesa berichtete im Einleitungsvortrag, dass die zyklischen Wendepunkte im Prinzip auch dem Bulwiengesa-Index entsprechen. Da die Immobilienwirtschaft noch niemals einen Zyklus mit dem Halten eines hohen Niveaus fortgesetzt hat, sondern immer in einen deutlichen Absturz wechselte, könnte rein chart-technisch langsam der Zeitpunkt für ein neues Nachdenken gekommen sein.

Werner Rohmert und Bulwien machten deutlich, dass durch die Finanzkrise ein Paradigmenwechsel stattgefunden habe, der die klassische zyklische Betrachtungsweise aushebeln könnte. So gehen beide nicht von einem schnellen Wendepunkt aus. Hartmut Bulwien stellte Indizes Ranking und Scoring in Methoden und Aussagekraft gegenüber. In dem Zusammenhang erläuterte Matthias Engelmayer, Senior Analyst bei der Independent Research GmbH, Kapitalmarkttransaktionen von deutschen Immobiliengesellschaften im gegenwärtigen Zinsumfeld.

Die Notenstein Asset Management AG hat die Geschäftstätigkeit als Asset Manager für die gesamte Schweizer Raiffeisen Gruppe übernommen. Die eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA hatte die notwendige Bewilligung erteilt. Die neue Unternehmensgruppe wird sich auf das Geschäft mit institutionellen Anlegern in der Schweiz, Deutschland und Österreich konzentrieren. Durch das geldmarktpolitische Umfeld besteht für Schweizer institutionelle Anleger derzeit die absolute Notwendigkeit, trotz der Risiken der Schweizer Franken Entwicklung international in Immobilien zu diversifizieren, so Vortrag Aris Prepoudis, CEO der Notenstein Asset Management AG. in seinem Vortrag. Im Vordergrund der Immobilieninvestitionen stehen nachhaltige Immobilien, in denen das Team von Notenstein über langjährige Erfahrungen verfügt.

Für Barbara A. Knoflach lässt sich mit Immobilien gerade im aktuellen Zinsumfeld immer noch gutes Geld verdienen. Die Zeiten des Aussitzens seien allerdings vorbei. Ertragreiches Immobiliengeschäft bedarf eines professionellen und auch regional präsenten Asset Managements und größerer Portfolien mit internem Risikoausgleich.

Professor Dr. habil. Karl-Georg Loritz, Ordinarius an der Universität Bayreuth, analysierte die Neuregelungen der Immobilien-Investmentfonds durch das KAGB aus Sicht der Anleger. Zentrale Frage war, ob die neue Regulierung den Anleger in und vor Krisenzeiten schützt.

Mit der Verbandsvorstellung durch Jens Tolckmitt, Hauptgeschäftsführer Verband Deutscher Pfandbriefbanken und den Neuigkeiten aus den Häusern der Fördermitglieder, in denen Michael Denk die Doric-Gruppe als neuen Sponsor vorstellte, leitete die Veranstaltung in den geselligen Teil im Schwarzen Stern am Römer über.

20150707134713i
Jens Tolckmitt (links), Hauptgeschäftsführer Verband Deutscher Pfandbriefbanken und Michael Denk von der Doric-Gruppe

Text und Fotos André Eberhard und Marion Götza.

Lesen Sie den kompletten Beitrag im immobilienbrief Nr. 351 ab Seite 15:
http://www.rohmert-medien.de/immobilienbrief/der-immobilienbrief-nr-351,139058.html

Treffen unter der Obhut von Pegasus

20141211162733i

immpresseclub-Tagung in Berlin
Wohnen, Gewerbe und Stadtentwicklung im Fokus

Im Berliner Hilton kamen 70 Journalisten, Referenten und Gäste zusammen, um sich über aktuelle Themen der Immobilienbranche auszutauschen.

Auftakt bildete Rechtsanwalt Philipp von Mettenheim, der einen Kurzworkshop zum Thema Urheberrecht, mit besonderem Augenmerk auf Bildrechte, anbot.

Den Staffelstab übernahm Thomas Hegel, CEO der LEG NRW, die nach Zusammenschluss von Deutscher Annington und Gagfah die Nummer drei am deutschen Wohnimmobilienmarkt ist. Das Portfolio der LEG umfasst derzeit rund 110.000 Wohnungen für 300.000 Bewohner, die von 900 Mitarbeitern gemanagt werden. Damit ist die LEG größer als jemals zuvor, so Hegel. Seit Verkauf der LEG an Whitehall Real Estate Funds in 2008, hat das Unternehmen einen echten Kulturwandel vollzogen, argumentierte Hegel. Bis dahin hatte das Unternehmen 650 Mio. Euro innerhalb von vier Jahren für Instandhaltungsmaßnahmen ausgegeben und darüber hinaus 20.000 Wohnungen verkauft. Heute liegt der Fokus der LEG für Hegel vor allem auf einem gesunden Wachstum. 5.000 Wohneinheiten will Hegel allein 2015 zukaufen. Mehr volkswirtschaftliche als unternehmensbezogene Bauchschmerzen bereitet Hegel die Mietpreisbremse. „Wir sind natürlich dagegen“, so Hegel. Die Mietpreisbremse werde zu rechtlichem Unfrieden führen und sei unausgegoren, da sie nicht zu erhöhten Neubauaktivitäten führen werde. Bezogen auf die LEG rechnet Hegel nur mit minimalen Effekten. Für den deutschen Wohnimmobilienmarkt sieht Hegel vor allem Herausforderungen in der Peripherie. Die Frage werde sein, wie mit dem Leerstand außerhalb der gefragten Gebiete umgegangen werde.

Dr. Andreas Kneip, Vorstandsvorsitzender der Catella Real Estate AG gab einen kleinen Überblick über das immobilienwirtschaftliche Umfeld, denen sich Institutionelle derzeit gegenübersehen. In dem Vortrag, den wir für Sie noch ausarbeiten werden, spiegelten sich 30 Jahre Erfahrung in institutioneller Immobilienkapitalanlage, die die Gedanken eines meist produktorientierten Mainstream ergänzen.

Reinhard Müller, Gründer und Eigentümer der EUREF Campus AG, der auf einer 55.000 qm großen, brachliegen- den Industriefläche, 165.000 qm moderne Forschungs-, Entwicklungs- und Bürofläche bis 2018 entwickelt. Bekannt ist das Gelände vor allem durch das alte Gasometer, aus der Günther Jauch jeden Sonntagabend seine Talkshow ausstrahlt. Der Campus setzt komplett auf nachhaltige Energiegewinnung. „Der Campus erzeugt heute bereits mehr Energie als er verbraucht“, so Müller. Er will mit dem Konzept zeigen, dass die Energiewende heute bereits wirtschaftlich rechenbar umsetzbar ist. „Wir bauen die Stadt von morgen, zu Mieten, die unter dem Berliner Niveau liegen. Wir sind eines der am besten erschlossenen Quartiere, die wir in Berlin haben“, so Müller. Bis 2018 sollen hier 650 Mio. Euro investiert werden.

Referent zum Schluss: Dr. Johannes Beermann, der bis vor wenigen Wochen Staatsminister und Leiter der Staatskanzlei in Dresden war und ab Januar im Vorstand der Deutschen Bundesbank sein wird. Das Dilemma, über die Zukunft und geldpolitische Fragen sinnvollerweise vor Amtsantritt nicht zu sprechen und über die positiv erlebte Vergangenheit in Sachsen nichts sagen zu wollen, löste er mit einem politischen Vortrag mit schmunzelnden Seitenhieben auf manche politische Entwicklung.

Ulrike Silberberg, Chefredakteurin der Wohnungswirtschaft, warb für die gemeinnützige Initiative der DESWOS Deutsche Entwicklungshilfe für soziales Wohnungs- und Siedlungswesen e.V. – darin engagiert sich die Wohnungswirtschaft für Familien in Entwicklungsländern und baut zum Beispiel Schulen oder sorgt für die Sicherung von Existenzen.

Auf der Hauptversammlung des immpresseclubs wurden „Der Immobilienbrief“-Herausgeber Werner Rohmert, u.a. „Der Platow Brief“, als Vorsitzender und Michael Psotta, FAZ, sowie Frank Peter Unterreiner, Immobilienbrief Stuttgart, als Vorstand des inoffiziellen Verbandes bestätigt.

Nikolaus von Raggamby sowie Robert Scholl wurden Kassenprüfer und Schatzmeister. Für Robert Scholl, der über Jahrzehnte für den Bund ministeriale Milliarden-Budgets aufstellte, bildet das immpresseclub-Budget natürlich eine Herausforderung. Gleichzeitig wurde beschlossen zu recherchieren, ob die Sommerveranstaltung 2016 des immpresseclub wieder einmal in Hamburg stattfinden könne.

Information für Mitglieder und Assoziierte: Die Tagungen des immpresseclub, die wieder das Team von „Der Immobilienbrief“ organisieren werden, finden am 25. Juni 2015 in Frankfurt am Main und am 3. Dezember 2015 in Berlin statt.

Text: André Eberhard; Fotos: Re v. Schönfels de Belleroche

Phantastischer Rundumblick hoch über Frankfurt

20140526170448i

Sonnenschein, 25 Grad und eine ideale Weitsicht nicht nur der Referenten, sondern auch vom Tower 185 aus, waren ideale Voraussetzungen für die Sommerveranstaltung der Arbeitsgemeinschaft deutscher Immobilienjournalisten, des immpresseclub e. V., am 22. Mai 2014 im Maritim in Frankfurt. Schwerpunkt-Themen waren Perspektiven von Wohnimmobilien AG’s, Bildung sowie die Spezifika der Kundenbetreuung beziehungsweise Anlagestrategien von Multi Family Offices und Privatbanken.

20140526170625i

Die einleitenden Worte des Vorsitzenden des immpresseclub, Werner Rohmert, machten deutlich, dass sich die Branche in einem transformatorischen Umfeld befindet, das die Journalisten der Immobilien- und Kapitalanlageszene doppelt trifft. Die Immobilienwirtschaft befindet sich im Umbruch. Die Verlags- und Medienlandschaft gleichfalls.Der Großteil der Immobilienkapitalanlage orientiert sich immer mehr in Richtung semi- und professioneller Investoren wie Pensionskassen, Versicherungen, Stiftungen und Family Offices. Diese medial eher scheuen Investorengruppen, sorgen auch in der Medienlandschaft für Konsolidierung. Die institutionelle Konzentration trifft auch die früher eher mittelständische Gewerbeimmobilien-Szene. Sofern jedoch Schäuble mit seiner Idee, Werbung für Publikumskapitalanlagen nur noch in Fach- und spezifischen Wirtschaftsmedien zuzulassen, fortschreitet, könnte das für Entlastung sorgen.

Die Referenten der Tagung waren Rolf Buch, Vorstandsvorsitzender Deutsche Annington Immobilien SE, Klaus Leuchtmann, Vorstandsvorsitzender EBZ Business School GmbH, Klaus Oberfuchshuber, Direktor Merck & Finck & Co. Privatbankiers und Reimund Schulz, Geschäftsführer Famos Immobilien GmbH.

Den Anfang bildete die Besichtigung des Tower 185 in unmittelbarer Nähe zum Maritim auf Einladung der Strabag und CA Immo, die das Objekt der- zeit im Portfolio halten. Der Tower, der übrigens nicht 185 Meter sondern 15 Meter höher ist, ist seit 2011 Teil der Skyline von Frankfurt und bildet zusammen mit dem Messeturm die äußere Spitze des Hochhausrahmenplans der Stadt. Hauptmieter ist PwC, die dort den gesamten Sockel sowie die oberen Stockwerke mieten. Vom Kellergeschoss mit Sprinkleranlage und Brandschutzsteuerung bis zur Dachterrasse konnten die Journalisten und Gäste einen Einblick in den Betrieb eines Hochhauses bekommen.

Vorstandsvorsitzender der Deutschen Annington, Rolf Buch, gab ein Plädoyer für die deutsche Wohnimmobilienaktie ab. Er bat um eine neue Sichtweise beim Blick auf deutsche Wohnimmobilien. Allerdings gab er zu, dass die Wohnungswirtschaft, wenn sie in der Telekommunikationsbranche wäre, wohl kaum Überlebenschancen hätte. Buch, der zuvor als Konzernvorstand mit über 60.000 weltweit tätigen Mitarbeitern Denken in Prozessen gewohnt war, richtet das Management der Deutschen Annington neu aus.

Reimund Schulz, GF der Famos Immobilien GmbH, ein Multi Family Office, das ursprünglich das Vermögen der Familie Otten verwaltete, investiert seit 1959 in Immobilien, deren übergeordnetes Ziel ist es, das Familienvermögen dauerhaft zu erhalten und weiterzuentwickeln.

Der demografische Wandel lässt auch die Personalentwicklung in der Immobilienbranche nicht kalt. Viele Unternehmen werden sich mit Fachkräftemangel und zunehmender Professionalisierung beschäftigen. Vorsitzender der EBZ Stiftung, Klaus Leuchtmann, stellte dar, wie die Bochumer Hochschule auf diese Entwicklung reagiert.

Zum Abschluss berichtete Klaus Oberfuchshuber von der Privatbank Merck Finck über die Portfolioallokation der Kunden einer Privatbank.

Text: André Eberhard, Chefredakteur „Der Immobilienbrief“
Fotos: Re v. Schönfels de Belleroche

Kurzversion aus „Der Immobilienbrief Nr 322“

Die Verbandstagung der Immobilienjournalisten in Berlin

20131209130729i

immpresseclub e. V. wählte neuen Vorstand

Rund 40 Journalisten der Immobilienwirtschaft trafen sich am Donnerstag/Freitag zur winterlichen Tagung des immpresseclub e. V.

Unter der Drohung eines Wetter- und Verkehrs-Chaos durch Orkan Xaver reisten alle Referenten mutig an. Und es gab keine Ausfälle. Die Referenten des Tages waren Christian Bruch, Bundesgeschäftsführer BFW zum Thema „Politik und Wohnen“, Professor Dr. Hanspeter Gondring, Studiendekan der DHBW Duale Hochschule Baden Württemberg, zum Thema: „Zukunft Immobilie – Meilensteine und Herausforderungen an die Immobilienwirtschaft“, Dr. Andreas Link, Projects Director, METRO Properties zu „Herausforderungen an Handelsimmobilien“, Dr. Holger Sepp, Co-Head Deutschland der CACEIS Bank Deutschland, „Über die zunehmende Bedeutung von Immobilien als indirekte Kapitalanlage und die Rolle der Verwahrstelle für offene und geschlossene Fonds“, Klaus-Jürgen Sontowski, Gründer der sontowski & partner Group zum Thema: „Finanzierungsstrategien eines mittelständischen Immobilienunternehmens“.

Die Zusammenfassung der Vorträge lesen Sie im immobilienbrief Nr. 311 und dann folgend in der letzten Ausgabe des Jahres.

Neues Vorstandsmitglied: Nach dem Ausscheiden von Peter Horn, dem ehemaligen Ressortleiter Immobilien, der Süddeutschen Zeitung, wurde Michael Psotta, verantwortlicher Redakteur für den Immobilienteil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), einstimmig neu in den Vorstand des immpresseclub gewählt.

Die Jahres- Hauptversammlung des im immpresseclub e. V. bestätigte mit absoluter Mehrheit, den Herausgeber von „Der Immobilienbrief“ beziehungsweise Immobilienspezialist von „Der Platow Brief“, Werner Rohmert, als Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Immobilienjournalisten.

Frank Peter Unterreiner, Immobilienbrief Stuttgart und FAZ- Immobilienbeilagen, wurde ebenfalls als Vorstand bestätigt.

Text: André Eberhard, Marion Götza, Fotos: Re de Belleroche

(v.l.n.r.) Michael Psotta, verantwortlicher Redakteur für den Immobilienteil der FAZ und Werner Rohmert; Dr. Andreas Link, Projects Director METRO Properties; Frank Peter Unterreiner, Immobilienbrief Stuttgart und Stefanie Creutz, Redaktionsbüro
(v.l.n.r.) Michael Psotta, verantwortlicher Redakteur für den Immobilienteil der FAZ und Werner Rohmert; Dr. Andreas Link, Projects Director METRO Properties; Frank Peter Unterreiner, Immobilienbrief Stuttgart und Stefanie Creutz, Redaktionsbüro
20131209140334i
(v.l.n.r.) Empfang im Hilton; Klaus-Jürgen Sontowski, Geschäftsführer sontowski & partner Group und Werner Rohmert; Marion Götza, Der Immobilienbrief und Jürgen Krolkiewicz, Wohnungswirtschaft-heute.Technik

immpresseclub-Treffen

Bei der Sommertagung des immpresseclub in Frankfurt, am 13. Juni 2013 im Hotel Maritim, war die Szene der deutschen Immobilienmedien und der Immobilien-Kollegen der großen Publikumsmedien annähernd vollständig vertreten.

Der Themenbogen der Referenten, die der Vorsitzende des immpresseclub e.V., Werner Rohmert, präsentierte, reichte vom Spannungsfeld der Immobilienbanken zwischen Staatsschuldenkrise, Regulierung und weltweiter Konjunkturabschwächung mit dem Vorstandsvorsitzenden der Aareal Bank AG, Dr. Wolf Schumacher, über Eckwerte des deutschen Energieverbrauches und der Möglichkeit der Energiewende mit Prof. Dr. Hanns- Ferdinand Müller, Vorstandssprecher der RWE Vertrieb AG, über die Auswirkung von Niedrigzins und Risiko-Scheu auf aktuelle Trends bei Immobilieninvestments von Reinhard Mattern, Geschäftsführer iii-investments, hin zu Problemen bei der Realisierung von Großprojekten mit dem Haushaltsspezialisten Robert Scholl, Ministerialdirektor a. D., zuletzt GF VerkehrsInfrastruktur- FinanzierungsGesellschaft und zur Frage, wann die Stadt ohne Handel komme, von Stephan Jung, Vorstandsvorsitzender des German Council of Shopping Center. In die Aufgabenvielfalt eines Wohnungs-Verbandes führte Dr. Lutz Wentlandt, Geschäftsführung des BFW Landesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen BW e.V., ein.

Wer alles lesen möchte, findet den kompletten Artikel im Immobilienbrief.

Text: WR „Der Immobilienbrief“, Fotos: Ré de Belleroche

Traditionelle Winterveranstaltung des Immpresseclub in Berlin

Trotz Schneechaos in Berlin fanden am 6. Dezember 2012 wieder ca. 50 Immobilien-Journalisten den Weg ins Berliner Hilton zur traditionellen Winterveranstaltung des immpresseclub e.V. Nachdem dem vormittaglichen Vortrag von Fachanwalt Phillip von Mettenheim zum Presserecht widmeten sich die Teilnehmer dem fachlichen Schwerpunkt: „Mit welchen Immobilien kann man heute noch Geld verdienen.“

Werner Rohmert und Wolfgang Egger (Patrizia)
Werner Rohmert und Wolfgang Egger (Patrizia)

Eröffnungsredner Wolfgang Egger (siehe Foto), Chef und Gründer der Patrizia mit „Bau, Steine, Erde“-Herkunft machte bei seinem Erstvortrag vor breitem Publikum deutlich, dass es heute mehr denn je darauf ankomme, nicht nur Teilbereiche des Immobiliengeschäfts abzudecken, sondern sich als Allrounder im „Haifischbecken“ zu beweisen. Gerade die Übernahme der LB ImmoInvest habe gezeigt, dass die vertikalen Strukturen seines Unternehmens bestens in die heutige Immobilienwelt passen. Investoren wollen heute vor allem Vertrauen. Egger sieht sich selbst als Krisengewinner. Bei Börsengang noch Prügelknabe der Branche, ist die Patrizia mittlerweile ein angekommener, ernstzunehmender Player auf Expansionskurs. Interessant aus Journalistensicht und späteres Gesprächsthema war, dass der Mann, der den größten Immobiliendeal des Jahres verbuchen konnte, das noch nicht einmal für erwähnenswert hielt.

Ähnlich bescheiden zeigte Peter Groner, Aufsichtsratsvorsitzender der ZBI Zentral Boden Immobilien AG, der sich in über 30 Jahren ausschließliche Kernkompetenz in deutsche Wohnimmobilien erarbeite, das „Machbare“ auf. 4 bis 5% laufende Rendite sind im professionellen Geschäft möglich. Ziel sei es, das Gleiche noch einmal über Handel zu erzielen. Im Einkauf läge der Gewinn, aber Opportunities gäbe es anders als zu Beginn des Jahrtausends heute nur noch sehr selten. Bonität, Professionalität, schnelle Entscheidungen, gutes Einkaufsimage und Marktpräsenz machen heute den Gewinn aus.

Seine Fonds liefen auch in der Krise gut. Die laufend marktangepasste und kontinuierlich neu vermietete Wohnimmobilie ist schließlich die einzige echte Core-Immobilie, die es gibt. Erst kürzlich konnte man einen kompletten Fonds an die GSW veräußern und die Versprechungen an die Anleger einhalten. Seinen Mieter zu kennen, ist gerade im Wohnungsgeschäft offenbar ein wichtiger Aspekt.

Im anschließenden Vortrag von Prof. Dr. Stephan Bone-Winkel, BEOS, wurde deutlich, dass der (Nach-) Mieter bestimmt, was „Core“ ist, nicht der Investor oder Projektentwickler. Auf der Gewerbeseite gibt es Investmentchancen dort, wo der Nutzer den Markt bestimmt. Und das muss nicht immer die Core-Lage sein, wie sie in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Das monetäre Drama der echten Core-Immobilie „T11“ in Frankfurt, dem einzigen deutschen Gebäude mit einem Mietvertrag von über 100 DM rechnete Bone-Winkel vor. Fazit: Core werde vor allem durch den Nutzer bestimmt.

Insofern habe BEOS ausschließlich „Core-Lagen“ im Portfolio, auch wenn Investoren beim Blick auf die Portfoliolandkarte oftmals „überrascht“ seien und Core wohl anders definierten. „Wir sind von Standorten überzeugt, an denen unser Mieter keine andere Möglichkeit hat, als bei uns zu mieten“, so das Credo von Bone-Winkel. Hochwertige Mieter, die jeden Investor begeistern, die aber immer auf der Suche nach der besten Immobilie seien, wie z. B. KPMG, Ernst & Young, Price Waterhouse Coopers und viele ähnlich anspruchsvolle Mieter hält Bone-Winkel für die modernen Mietnomaden von heute. Zum Auslauf des Mietvertrages sind sie immer auf der Suche nach dem dann besten und flächenmäßig passenden Gebäude.

Bone-Winkel machte deutlich, dass die Wertentwicklung einer klassischen Core-Immobilie auch nicht vom Zins abhängig ist. Während Bonds seit Jahren niedrigere Verzinsungen zeigen, hat sich die deutsche Immobilie in seiner Renditeerwartung relativ stabil gezeigt. Entsprechend wirkt sich der drastische Mietverfall direkt auf den Immobilienwert aus. Dabei sei auch noch zu berücksichtigen, dass eine 20 Jahre alte Immobilie eher ein Sanierungsfall sei und keinesfalls in einer Anschlussvermietung heutige Neubaumieten erreichen würde. T11 sei genau alle 20 Jahre total entkernt worden. Die Nachkalkulation schon der Nominalwerte führt Gebäudewertsteigerung und Inflationsschutz ad absurdum. Realentwicklungen liegen noch einmal 35% darunter.

Wie Projektentwicklung abseits des Mainstreams funktionieren kann, zeigten Dr. Bodo Küpper und Sohn Thilo. Die Wuppertaler Projektentwickler versuchen aus dem multikulturellen Arbeiterviertel und „Industriebrache“ Wuppertal-Arrenberg mit viel Liebe zur Stadt wieder die einstigen blühenden Landschaften der Nachkriegszeit zu zaubern – allerdings auf heutige Bedürfnisse angepasst. Mit Erfolg: Seit Neuaufstellung der politischen Landschaft Wuppertals verzeichnet die Stadt seit zwei Jahren wieder Bevölkerungswachstum. immpresseclub-Vorsitzender Werner Rohmert hatte sich als Wuppertaler im Vorfeld die Projektentwicklungen angeschaut. Hochachtung hat er vor der Vision, eine 20 Jahre leerstehende rote Backsteinruine in ein modernes Wohn- und Büroumfeld zu verwandeln, das dann noch neue Mietmaßstäbe in Wuppertal setzt.

Neben dem Fachlichen spielten bei der Veranstaltung aber leider auch Interna eine Rolle. Der Tod der FTD dürfte für viele anwesende Journalisten eine schmerzliche Auslastungs- und Image-Lücke hinterlassen. Auch für die Branche wird mit der FTD ein Fachblatt fehlen. Die FTD war auch das Medium, das externe Immobilien- und Fonds-Kompetenz umfangreich einkaufte.

immpresseclub-Interna: Nach den Vorträgen fand wie immer die Hauptversammlung des immpresseclubs statt. Der Verein entwickelt sich stabil. Inzwischen dürfte er Repräsentativitätsansprüche erfüllen. Wachsende Mitgliederzahlen zeigen Interesse und Branchenwachstum auf.
Bei den Wahlen wurden alle Vorstandsmitglieder bestätigt. Werner Rohmert, „Der Immobilienbrief“/“Der Platow Brief“, bleibt Vorstandsvorsitzender, Peter Horn, bis vor kurzem „Immobilien-Chef“ der Süddeutschen Zeitung, und Frank-Peter Unterreiner, FAZ und Immobilienbrief Stuttgart sind weitere Vorstände. Auch Schatzmeister Robert Scholl und Kassenprüfer Nikolaus von Raggamby bleiben im Amt. I

Im nächsten Jahr trifft sich der immpresseclub am 13.6. wahrscheinlich in Frankfurt und am 5. Dezember wie immer in Berlin. (AE/WR)

Von Kirchen, Parkhäusern und Euro-Krise

20120612174302i

Die  Sommerveranstaltung des immpresseclubs, am 31. Mai 2012, spannte auch diesmal einen breiten Bogen der Themen und Referenten. 40 Immobilienjournalisten waren nach München gekommen. Der Reigen der Referenten reichte von IVG-Vorstandsvorsitzendem Professor  Wolfgang Schäfers mit „IVG-Thema“ über einen der renommiertesten Schweizer Bankökonomen, Dr. Jan Amrit Poser, zum Euro-Thema aus Schweizer Sicht, Oliver Porr als VGF-Präsident zur Zukunft Geschlossener Fonds bis zu den Spezialthemen „Parkhäuser“ mit Thomas Grüttner und Denkmalschutzinvestitionen in Sakralbauten mit Georg Wilms.

Die „Überraschungssieger“ des Tages im Referentenranking waren die Sonderthemen „Immobilie Parkobjekt“ von Q-Park Managing Director Thomas Grüttner und „Die Sakralimmobilie – „Vom Kulturgut zum Wirtschaftsgut?!“ von Georg Wilms, GF der Schleiff Denkmalschutzentwicklung, den wir als Mipim-Award-Nominierten im März kennengelernt hatten. Beide referierten einmal abseits des üblichen Mainstreams mit Begeisterung zu ihren Nischenmärkten, die im Rahmen eines sich verändernden Marktes durchaus auch als Investment-Themen für Privatanleger und Institutionelle Bedeutung gewinnen.

Thomas Grüttner, GF Q-Park zeigte, wie man heute wirtschaftlich Parkhäuser betreiben kann. Grüttner sieht die Aufgabe des Parkhaus-Managements zukünftig nicht nur in der Bereitstellung von Parkraum, sondern vielmehr auch als Dienstleistungsanbieter rund um das Thema Parken. Auch der Ausbau gebührenpflichtiger Parkplätze steht ganz oben auf der Agenda. Der Markt ist riesig. Von 300 Mio. Parkplätzen in Europa sind lediglich 3,6% gebührenpflichtig. Europäische Steuerzahler steuern jährlich 150 Mrd. Euro zum Betrieb von Parkplätzen bei. Da bei Parkhäusern an guten Standorten die Parkgebühr stetig steigen, ist dies Chance für einen Immobilieneigentümer, der am langen Ende, egal in welcher Assetklasse, nur verdient, wenn es gelingt, die Einnahmen zu erhöhen. Deutsche Parkhäuser sind bei den Parkplatzpreisen im europäischen Vergleich heute noch am unteren Ende und böten viel Potenzial.

Parken, Beten, Arbeiten, Singen und Euro-Desaster
Wussten Sie schon, dass die Nachhall-Zeit einer Kirche von acht Sekunden für einen Chor ideal, aber im täglichen Büroalltag eher hinderlich ist. Das lernt man beim Umbau einer Kirche in ein Büro. Schleiff-GF Georg Wilms gab einen Einblick in die Probleme beim Umbau von Kirchen. Wilms zeigte an beeindruckenden Beispielen, was man heute aus alten Kirchengemäuern machen kann. So ist von Büronutzung bis hin zur Wohnraumnutzung alles möglich. Allerdings ist der wirtschaftliche Gedanke weniger der Treiber der Umnutzung, sondern häufig mehr die persönliche Verwirklichung von Investor oder Architekt, denn der Umbau einer Kirche übersteige die Abriss und Neubaukosten oftmals, so Wilms, und bei anschließender Neuvermietung zu 4,80 Euro den Quadratmeter erübrigt sich eine Excel-Tabelle. Das funktioniert nur im Zusammenspiel aller Beteiligten, Förderung und Denkmalschutz.

Dauerbaustelle IVG im Turnaround

Kernthema der Veranstaltung war naturgemäß die IVG, deren neuer VV Professor Wolfgang Schäfers zu einer Art „Antrittsbesuch“ vor die versammelte deutsche Immobilienjournalistenszene trat. Die IVG kundschaftet im Moment die Tiefen des Börsengeschehens aus (siehe Artikel C. Ries, Seite 14 unter http://www.rohmert-medien.de/wp-content/uploads/2012/06/Der-Immobilienbrief-Nr-272.pdf ). Amtsvorgän- ger Dr. Gerhard Niesslein hatte es Mitte 2009 geschafft, die Immobilienjournalisten für die aus externer Sicht unerwartet hohen Probleme der IVG zu sensibilisieren und sich für die Sanierungs-Kernarbeit ein wenig Ruhe zu verschaffen. Wer jetzt nach drei Jahren eine abgeschlossene Sanierungsmeldung und ein Feuerwerk strategi- scher Perspektiven erwartet hatte, wurde enttäuscht. Die IVG befindet sich nach wie vor im Sanierungsmodus. Die IVG werde sich verändern (müssen). Das sei aber eine Aufgabe von 5 Jahren oder auch mehr. Das macht das Paradoxon deutlich, dass die IVG ohne die Krise wohl kaum überlebt hätte. Das war nur möglich über den krisenbedingten Zusammenhalt und vor allem die niedrigen Zinsen.
Zwar sei der Turnaround unter der Voraussetzung weiterhin niedriger Zinsen geschafft, aber der Veränderungsprozess müsse weitergehen. Details zum Zahlenwerk siehe unter Der-Immobilienbrief-Nr-272.pdf

Bei einer 5-Jahres-Turnaround-Periode befinde sich die IVG im Jahr drei. Squaire-Abschreibungen seien nun Vergangenheit. Kritiker unter den Journalisten kann Schäfers im nächsten Jahr selbst überzeugen, wenn die Sommerveranstaltung des immpresseclubs im „The Squaire“ stattfinden könnte.

Euro und (k)ein Ende
Die immpresseclub-Organisation hoffte, nach der Sinn- und Sarrazin-geprägten Diskussion um den Euro mit dem renommierten Chefökonom der Schweizer Gruppe Bank Sarasin, Dr. Jan Amrit Poser, Entwarnung zu hören. Hoffnungsfrohe wurden enttäuscht. Ein Ausstieg Griechenlands hätte für Deutschland und Europa schwerwiegende Folgen. „Wenn der Euro auseinander bricht, wäre auch Nordeuropa bankrott“, so das Fazit Posers.
Bleiben wir also optimistisch. Dennoch liegt ein Jahrzehnt des Schuldenabbaus vor uns. Deleveraging wiederum macht aber die Konjunktur verwundbar. Kein Paradies für die finanzierungs- und nutzerabhängige Immobilienwirtschaft auf der einen Seite, ein Paradies für die Immobilien-Kapitalanlage auf der anderen Seite.

Hier einige Impressionen der Veranstaltung und ihrer Teilnehmer:

Text: Werner Rohmert, Vorstandsvorsitzender immpresseclub e. V.;
Fotos: Falk von Schönfels